Gesündere Gefäße für EMAHs

Risiken für Herzerkrankungen einschätzen

Leon Franzen kam vor 27 Jahren mit einem schweren angeborenen Herzfehler zur Welt. Nur eine Operation konnte sein Leben retten.

Wände der Blutgefäße spielen dabei eine Schlüsselrolle

Die Zahl der Erwachsenen, die mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt gekommen sind (EMAH), steigt stetig. Sie ist inzwischen deutlich größer als die Zahl der herzkranken Kinder und Jugendlichen unter 18, die gleich nach ihrer Geburt oder in ihren ersten Lebensjahren operiert werden mussten. Für diese Entwicklung sind die kinderherzen sehr dankbar.

Neue Herausforderungen

Allerdings bringt die steigende Lebenserwartung neue Herausforderungen mit sich: Wie können erwachsene Herzkinder Arterienverkalkung und koronaren Herzerkrankungen vorbeugen? Da gilt zunächst, was auch für herzgesunde Menschen gilt: Bluthochdruck, Übergewicht, Nikotin und Bewegungsmangel sind zu vermeiden. Doch das reicht nicht aus. Denn vermutlich sind einzelne Strukturen der Blutgefäßwände bei EMAH früh geschädigt. Das Krankheitsrisiko steigt.

 

Leon Franzen heute: Der ehemalige Leistungssportler und Wirtschaftspsychologe steht mitten im Leben. Er ist kerngesund.

Wie wir forschen

Um die Veränderungen der Blutgefäße zu erforschen, beauftragten die kinderherzen Wissenschaftler des Deutschen Herzzentrums München, die Funktion des Endothel zu messen. Diese dünne Zellschicht kleidet das Innere der Blutgefäße aus. Doch das Endothel kann noch viel mehr. Es reguliert die Gefäßspannung und den Blutdruck. Arbeitet es nur eingeschränkt, kann dies zu frühzeitigen Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose) führen.

Um die Funktion des Endothels zu messen, wird der Blutfluss des Patienten mithilfe einer aufgepumpten Blutdruckmanschette am Oberarm für fünf Minuten unterbunden. Nach dem Öffnen der Manschette messen sensible Sonden an den Zeigefingerkuppen, wie die Blutgefäße sich verändern. Je stärker ihre Reaktion, desto intakter das Endothel. Weitere Risikofaktoren Die Forscher betrachten die Funktion des Endothels nicht isoliert von anderen Risikofaktoren. Sie beziehen das autonome Nervensystem, die Leistungsfähigkeit des Patienten sowie seinen Lebensstil mit ein.

 

Kleine Herzen werden groß! Das bringt neue Herausforderungen mit sich. Um sie zu meistern, benötigen wir Ihre Hilfe!

Ihre Hilfe macht den Unterschied!
Spenden Sie für Kinderherzen
Es gehört zu den Erfolgen der modernen Medizin, dass viele Herzkinder als Erwachsene ein unbeschwertes Leben führen. Helfen Sie uns, diese positive Entwicklung zu verankern! Unterstützen Sie die Münchner Forscher dabei, die Risiken eines angeborenen Herzfehlers für das Alter einzuschätzen.

Spendenkonto:
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE47 3702 0500 0008 1242 00
BIC: BFSWDE33XXX

Forschungsziele auf einen Blick:

kinderherzen Forschung

Gemeinsam für die Herzkinder
In unserer Pilotstudie wollen wir uns zuallererst auf Patienten mit Fallot’scher Tetralogie konzentrieren. Dies ist einer der häufigsten angeborenen Herzfehler. Er besteht aus vier Komponenten, u.a. einer verengten
Lungenschlagaderklappe. Die Kinder kommen bläulich verfärbt zur Welt. Dieser Herzfehler macht etwa zehn Prozent der angeborenen Herzfehler aus. Wir hoffen, dass unsere Forschung wichtige Informationen über die Verkalkung der Blutgefäße bei EMAH liefert. Ziel ist, sie in die klinische Nachsorge der Herzpatienten zu integrieren.

kinderherzen Experten

kinderherzen Experte Dr. Jan Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie

„Die Lebenserwartung von Patienten mit angeborenem Herzfehler ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Um sie auch im Erwachsenenalter medizinisch gut zu versorgen, ist es unverzichtbar, Entstehung und Verlauf frühzeitiger Gefäßerkrankungen zu erforschen.“

 

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Daten und Fakten

Titel ausführlich: Endothelfunktion bei Erwachsenen mit Fallotscher Tetralogie und deren Zusammenhang zum autonomen Nervensystem - eine Pilotstudie
Projekt-Nr.: W-M-025/2017
Standort: Deutsches Herzzentrum München
Laufzeit: April 2018 bis März 2019
Kosten: 21.160 Euro