Diagnosetechniken im Vergleich

Die Bonner Forscher führen den winzigen Minidruckdraht behutsam ein.

Welche Methode ist die beste?
Conductance-Technik oder 3D-Echokardiographie

Für die Behandlung kleiner Herzpatienten ist es lebenswichtig zu wissen, wie ihr Herz arbeitet. Wie verändern sich der Druck und die Größe während des Herzschlags?

Diese Frage stellen Kinderkardiologen immer wieder. Von der Antwort hängt ab, ob das Herzkind Medikamente braucht oder gar operiert werden muss.

Im Auftrag der kinderherzen vergleichen Experten der Abteilung für Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Bonn zwei unterschiedliche Methoden. Sowohl die bisher übliche Conductance-Technik als auch das noch junge Verfahren der 3D-Echokardiographie in Kombination mit einem kleinen Druck-Draht eignen sich, um Druck und Größe der Herzkammern während des Herzschlags zu beurteilen. Welche Technik ist für die Herzkinder besser und schonender?

 

Je genauer wir das Herz eines kleinen Herzpatienten kennen, desto besser können wir helfen!
Exakte Messungen sind lebenswichtig.

An den Monitoren kann die Position des Drahtes genau bestimmt werden.

Die Kinderkardiologen denken bei ihrer Forschung vor allem an die kleinen Patienten, die von Geburt an nur eine Herzkammer besitzen. Denn sie müssen mehrmals operiert werden, um ein lebenswertes Leben führen zu können Um ihr Herz zu beurteilen, ist es besonders hilfreich, Druck und Volumen zu kennen.

Die Conductance-Technik galt bisher als goldener Standard. Ihr verdanken viele Herzkinder ihr Leben. Doch sie ist sehr aufwendig. Vergleichsweise große Katheter werden während der Untersuchung in die Herzkammer eingebracht. Für die Herzen sehr kleiner Patienten sind diese Katheter viel zu groß.

Das neue Verfahren hingegen nutzt einen winzigen Minidruckdraht, der selbst bei sehr kleinen Frühgeborenen eingesetzt werden kann. In Kombination mit der 3D-Echokardiographie können dadurch schonend und minimal-invasiv Druck und Größe der Herzkammern beurteilt werden.

 
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Forschungsziele auf einen Blick:

 

kinderherzen Forschung

Für eine bessere Behandlung der Herzkinder
Sollte der neue Einsatz der 3D-Echokardiographie sich gegenüber der bisher erfolgreichen Conductance-Technik durchsetzen, können wir Kinder mit angeborenem Herzfehler in Zukunft besser behandeln als bisher. Dann wird es uns einfacher fallen, die geeigneten Medikamente auszuwählen und den richtigen Zeitpunkt für eine Operation zu bestimmen. Für die Herzkinder wäre dies ein großer Schritt ins Leben.

kinderherzen Experten

„Wir beschäftigen uns fortlaufend damit, die Diagnostik und Behandlung herzkranker Kinder zu verbessern. Dazu gehört es auch, Untersuchungen so schonend wie möglich durchzuführen ohne dabei auf eine exakte Diagnostik zu verzichten. Mit diesem Projekt verfolgen wir dieses Ziel und hoffen, auch bei sehr kleinen Kindern in Zukunft die Herzfunktion noch besser untersuchen zu können, um die richtige Therapie auszuwählen.“
Priv. Doz. Dr. med. Ulrike Herberg,
Kinderkardiologin am Universitätsklinikum Bonn

 

Daten und Fakten

Titel ausführlich: "Druck-Volumen-Beziehungen bei Patienten mit kleinen linken Ventikeln, Glenn- und Fontan-Zirkulation, vergleichende Untersuchung von 3D-Echokardiographie und Conductance-Technologie"
Projekt-Nr.: W-BN-07/2013
Standort: Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn
Abteilung Kinderkardiologie
Universitätsklinikum München Großhadern
Abteilung für Kinderkardiologie
Klinik für Angeborene Herzfehler am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen
Laufzeit: 01. April 2014 - 31. März 2017
Kosten: 42.800 Euro